Das Schöne, das Hässliche und das Dazwischen

Schlagwort: Meinungsfreiheit

Die Bundesratsinitiative zum Existenzrecht Israels ist problematisch

Der Bundesrat hat am 10.07.26 einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der die Leugnung des Existenzrechts Israels unter bestimmten Voraussetzungen unter Strafe stellen will. Die Initiative geht von der hessischen Landesregierung aus, die nach eigenen Angaben damit zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland beitragen möchte. Diesen Schutz zu stärken ist in der Tat notwendig: Nachdem Terroristen am 7. Oktober 2023 den Staat Israel überfielen und mehr als 1000 Menschen, größtenteils jüdischen Glaubens, ermordeten und Hunderte weitere verletzten, verschleppten und vergewaltigten, sorgte dies langfristig nicht etwa für eine verstärkte Solidarität mit dem jüdischen Staat. Stattdessen stieg die Zahl der antisemitischen Straftaten in Deutschland (und weltweit) an.

Dieses Problem jedoch ausgerechnet mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit bekämpfen zu wollen, ist aber ein gefährlicher Irrweg. Die Meinungs- bzw. Redefreiheit ist für ein funktionierendes Staatswesen von elementarer Bedeutung. Sie ermöglicht die Benennung von Missständen und deren Korrektur. Einige Einschränkungen wie etwa das Verbot von Verleumdungen sind zwar notwendig, doch es muss sehr enge Grenzen für die Einschränkung dieses wichtigen Grundrechts geben. Es gibt gute Gründe, Israel zu unterstützen, beispielsweise sind in keinem anderen Land im Nahen Osten Minderheiten besser geschützt. Ziel muss aber sein, mit eben diesen Gründen zu argumentieren statt mit Verboten jegliche Diskussion im Keim zu ersticken.

Florian Füllbier ist der Autor, der hier aufgelisteten Bücher.

In großer Sorge um die Meinungsfreiheit: Mehr als 100 Intellektuelle veröffentlichen die „Westminster-Erklärung“

Mehr als 100 prominente Personen aus der intellektuellen und akademischen Welt haben die „Westminster-Erklärung“ veröffentlicht. Die Unterzeichner warnen davor, dass Staaten und Staatenbünde unter dem Deckmantel eines Kampfes gegen Desinformation versuchen könnten, das Recht auf freie Meinungsäußerung immer weiter einzuschränken. Dabei erkennen sie an, dass Desinformationskampagnen durchaus existieren, befürchten jedoch, dass der Versuch ihrer Herr zu werden, sich schnell gegen die eigene Öffentlichkeit richten kann. Sie weisen darauf hin, dass die Wahrheit durch Dialog und Debatte gefunden werden muss und niemand ein Monopol auf sie beanspruchen darf. Zu den Unterzeichnern gehören so prominente Namen wie Ayaan Hirsi Ali, Julian Assange, John Cleese, Tim Robbins, Yanis Varoufakis und etliche andere.

Florian Füllbier ist der Autor, der hier aufgelisteten Bücher

Quellen

https://westminsterdeclaration.org/deutsch (Stand 26.10.2023)